Das Backlink- und Linkbuilding-Glossar
Zwanzig Begriffe, die dir in Angeboten und Auswertungen begegnen, in normalen Sätzen erklärt. Mit dem Hinweis, wo Vorsicht angebracht ist.
Rund um Backlinks hat sich eine Sprache entwickelt, die von außen ziemlich abweisend wirkt. Ein Teil davon ist echte Fachsprache, ein anderer Teil ist Verkaufsvokabular, das vor allem den Eindruck von Präzision erzeugen soll. Dieses Glossar erklärt die zwanzig Begriffe, die in Angeboten und Auswertungen am häufigsten vorkommen, in normalen Sätzen und mit dem Hinweis, wo Vorsicht angebracht ist.
Die Begriffe sind nach Themen sortiert. Über die Liste darunter springst du direkt zu einem einzelnen Eintrag.
Warum ein eigenes Linkbuilding-Glossar? Weil ein großer Teil der Verunsicherung in diesem Feld sprachlich entsteht. Wer nicht weiß, ob Domain Rating eine offizielle Kennzahl ist oder die Schätzung eines Toolanbieters, kann ein Angebot nicht beurteilen. Wer nicht weiß, was ein Sponsored-Attribut bedeutet, kann nicht einschätzen, ob eine Platzierung sauber gekennzeichnet ist. Genau diese Lücke schließt eine Handvoll klarer Definitionen schneller als jedes Beratungsgespräch.
Grundbegriffe
Womit alles anfängt. Diese fünf Begriffe tauchen in jedem Gespräch über Linkaufbau auf.
- Backlink
- Ein Verweis von einer fremden Website auf deine. Suchmaschinen werten ihn als Hinweis darauf, dass jemand deine Seite für erwähnenswert hält. Entscheidend ist dabei nicht die Menge, sondern woher der Verweis kommt und in welchem Zusammenhang er steht. Ein einzelner Link aus einem Fachbeitrag, den Menschen wirklich lesen, wiegt in der Regel schwerer als zwanzig Einträge in Verzeichnissen, die niemand aufruft.
- Linkprofil
- Die Gesamtheit aller Verweise, die auf eine Website zeigen, samt ihrer Verteilung: Woher kommen sie, auf welche Seiten zeigen sie, mit welchen Ankertexten und über welchen Zeitraum sind sie entstanden. Das Profil ist die eigentliche Arbeitsgrundlage, nicht die nackte Zahl der Links. Auffällig wird es meist nicht durch einen einzelnen Eintrag, sondern durch ein Muster, das sich über viele Einträge zieht.
- Referring Domain
- Eine verweisende Domain, also eine einzelne Website, von der mindestens ein Link zu dir zeigt. Zweihundert Links von zwei Domains sind etwas völlig anderes als zwanzig Links von zwanzig Domains. Deshalb zählen wir im Audit immer auf Ebene der Domains und nicht auf Ebene der einzelnen Links. Die Streuung sagt mehr über ein Profil aus als jede Gesamtzahl.
- Deeplink
- Ein Verweis, der nicht auf die Startseite zeigt, sondern auf eine bestimmte Unterseite. Für den Linkaufbau ist das der Normalfall und nicht die Ausnahme, weil ein Link vor allem der Seite hilft, auf die er zeigt. Wer alles auf die Startseite schickt, verschenkt Wirkung. Welche Unterseiten Ziel sein sollen, legen wir vorher in der Strategie fest.
- Linkjuice
- Ein umgangssprachlicher Begriff für die Stärke, die ein Link an die Zielseite weitergibt. Er stammt aus einer Zeit, in der man sich Suchmaschinen als Flüssigkeitssystem vorstellte. Als Bild funktioniert er noch, als Rechengröße nicht: Wie viel tatsächlich weitergegeben wird, ist von außen nicht messbar und hängt an Faktoren, über die Google keine Auskunft gibt. Vorsicht bei jedem, der damit rechnet.
Linkarten und Attribute
Nicht jeder Verweis ist gleich. Der technische Unterschied steckt meistens im rel-Attribut.
- Dofollow-Link
- Ein ganz normaler Link ohne einschränkendes rel-Attribut. Das Wort selbst gibt es technisch gar nicht, es hat sich nur als Gegenstück zu nofollow eingebürgert. Solche Verweise können Stärke weitergeben und sind deshalb im Linkaufbau der Regelfall. Ein Profil, das ausschließlich aus ihnen besteht, ist allerdings eher auffällig als stark, weil gewachsene Profile immer eine Mischung enthalten.
- Nofollow-Link
- Ein Link mit dem Attribut rel="nofollow". Google behandelt diesen Hinweis heute als Signal und nicht mehr als strikte Anweisung. In der Regel wird dabei keine Stärke weitergegeben. Wertlos ist ein solcher Verweis trotzdem nicht: Er bringt Sichtbarkeit, Klicks und Erwähnungen, und er gehört in jedes natürlich gewachsene Profil hinein. Wikipedia und die meisten großen Portale setzen ihre ausgehenden Links so.
- Sponsored-Link
- Ein Link mit dem Attribut rel="sponsored". Google sieht diese Auszeichnung für Verweise vor, die im Rahmen von Werbung, Sponsoring oder einer anderen Vereinbarung entstanden sind. Wir klären die Kennzeichnung vor jeder Umsetzung mit dem Medium und halten sie in der Dokumentation fest. Ein korrekt gekennzeichneter Beitrag in einem starken Umfeld ist keine schlechtere Platzierung, sondern eine ehrliche.
- UGC-Link
- Ein Link mit dem Attribut rel="ugc" für Inhalte, die Nutzer selbst erzeugt haben: Kommentare, Forenbeiträge, Profile. Die Auszeichnung sagt der Suchmaschine, dass hier nicht die Redaktion verlinkt hat, sondern irgendjemand. Für den Linkaufbau spielen solche Verweise kaum eine Rolle, weil sie leicht zu setzen und entsprechend wenig aussagekräftig sind.
- Ankertext
- Der sichtbare, anklickbare Text eines Links. Er gibt Suchmaschinen und Menschen einen Hinweis darauf, was auf der Zielseite zu erwarten ist. Auffällig ist selten ein einzelner Ankertext, sondern die Verteilung über das ganze Profil. Gewachsene Profile bestehen überwiegend aus Markennamen, nackten Adressen und beschreibenden Formulierungen. Der exakte kommerzielle Begriff kommt vor, aber sparsam.
Kennzahlen von Drittanbietern
Diese Werte stammen von Toolanbietern, nicht von Google. Nützlich zum Sortieren, ungeeignet als Urteil.
- Eine Kennzahl von Moz auf einer Skala von 1 bis 100, die schätzt, wie stark eine Domain im Vergleich zu anderen dasteht. Sie beruht auf der Datenbank des Anbieters und nicht auf Daten von Google. Für einen schnellen Vergleich zweier Quellen ist sie brauchbar. Problematisch wird sie, sobald sie zum Preisschild wird und die inhaltliche Prüfung ersetzt.
- Domain Rating
- Das Gegenstück von Ahrefs, ebenfalls auf einer Skala bis 100 und ebenfalls auf Basis der eigenen Linkdatenbank. Dieselbe Website bekommt bei verschiedenen Anbietern regelmäßig deutlich unterschiedliche Werte. Google verwendet keine dieser Zahlen und veröffentlicht auch keine eigene vergleichbare. Wie wir solche Werte einordnen, steht ausführlich auf der Seite zur Backlink-Qualität.
- URL Rating
- Die gleiche Idee wie beim Domain Rating, nur auf Ebene einer einzelnen Adresse statt der ganzen Domain. Nützlich ist der Wert vor allem dann, wenn eine sehr starke Domain eine schwache Unterseite hat, auf der die geplante Platzierung erscheinen soll. Genau dieser Fall kommt häufiger vor, als man denkt, und er wird in Angeboten gern verschwiegen.
Methoden im Linkaufbau
Wie Verweise entstehen und worauf es dabei inhaltlich ankommt.
- Linkbuilding
- Der systematische Aufbau von Verweisen auf die eigene Website. Der Begriff umfasst alles von der Analyse über die Auswahl der Quellen bis zur Umsetzung und Dokumentation. Seriöses Linkbuilding beginnt mit der Frage, welche Seite überhaupt Ziel sein soll, und nicht mit der Frage, wo man einen Platz kaufen kann. Wie wir dabei vorgehen, steht unter Ablauf.
- Digital PR
- Ein Ansatz, bei dem zuerst ein Thema steht und sich daraus ergibt, wer darüber berichtet. Der Verweis ist Ergebnis, nicht Ausgangspunkt. Das ist aufwendiger und weniger planbar als eine klassische Platzierung, bringt dafür oft Markennennungen, Weiterverbreitung und Kontakte mit. Mehr dazu auf der Seite zu redaktionellen Backlinks.
- Gastbeitrag
- Ein Fachartikel, der auf einer fremden Website erscheint und im Text auf die eigene Seite verweist. Ob das eine gute oder eine fragwürdige Maßnahme ist, entscheidet sich am Umfeld und am Inhalt. Ein Beitrag, der von einer Redaktion geprüft wird und für deren Publikum tatsächlich nützlich ist, hat wenig mit einem Text zu tun, der nur als Träger für einen Link existiert.
- Outreach
- Die Ansprache von Redaktionen, Autorinnen und Betreibern mit dem Ziel, einen Beitrag oder eine Erwähnung unterzubringen. Der Unterschied zwischen brauchbarem und wirkungslosem Outreach liegt fast immer in der Vorbereitung. Rundmails an dreihundert Adressen funktionieren nicht und schaden dem Ruf der Marke, in deren Namen sie verschickt werden.
- Themenrelevanz
- Die inhaltliche Nähe zwischen der verlinkenden Seite und der Zielseite. Relevant ist eine Quelle nicht dadurch, dass sie irgendwo eine passend benannte Rubrik führt, sondern dadurch, dass der konkrete Beitrag neben deinem Thema steht. Dieser Punkt ist der wichtigste in unserer Prüfung und gleichzeitig der, der in Angeboten am großzügigsten ausgelegt wird.
Prüfen und aufräumen
Was man tut, wenn schon etwas da ist und man wissen will, wie es darum steht.
- Backlink Audit
- Die strukturierte Prüfung eines bestehenden Linkprofils: verweisende Domains, Ankertexte, historische Entwicklung, verlorene Links und auffällige Muster, dazu der Vergleich mit dem Wettbewerb. Ziel ist eine Entscheidungsgrundlage und keine Liste roter Zeilen. Was dabei genau passiert und welche Datenquellen wir zusammenführen, steht auf unserer Auditseite.
- Disavow
- Ein Werkzeug von Google, mit dem sich bestimmte Verweise für die Bewertung entwerten lassen. Es ist mächtig und in falscher Anwendung schädlich, weil man damit auch Links entwertet, die tatsächlich helfen. Google empfiehlt den Einsatz nur in wenigen Fällen, vor allem bei bekannten unnatürlichen Links. Aus Reflex nach einem roten Toolwert eingesetzt, richtet es mehr Schaden an als Nutzen.
Begriffe, die wir bewusst weglassen
In vielen Glossaren stehen Einträge, die vor allem den Umfang erhöhen. Wir haben drei Gruppen davon absichtlich ausgelassen.
Erstens Kunstbegriffe einzelner Anbieter, die ein eigenes Verfahren beschreiben und außerhalb der Marketingunterlagen dieses Anbieters nicht vorkommen. Zweitens Bezeichnungen für Methoden, die wir nicht einsetzen und auch niemandem empfehlen würden, etwa die verschiedenen Namen für Linknetzwerke. Sie zu erklären hätte den Nebeneffekt, sie in den Bereich des Normalen zu rücken. Und drittens historische Begriffe aus einer Zeit, in der Suchmaschinen anders funktionierten. Sie tauchen zwar noch in älteren Texten auf, führen bei aktuellen Entscheidungen aber in die Irre.
Wenn dir in einem Angebot ein Wort begegnet, das hier nicht steht, ist das übrigens ein brauchbares Signal. Frag nach, was genau damit gemeint ist und woran man das Ergebnis erkennen würde. Bei echten Fachbegriffen kommt eine klare Antwort, bei Verkaufsvokabular wird es an dieser Stelle vage.
Ein Hinweis zu Kennzahlen
Drei der zwanzig Einträge oben beschreiben Werte, die von Toolanbietern stammen. Sie tauchen in fast jedem Angebot auf, und genau deshalb lohnt es sich, ihre Herkunft zu kennen. Keiner dieser Werte kommt von Google, keiner ist offiziell, und alle beruhen auf der jeweils eigenen Datenbank des Anbieters. Für die Vorsortierung einer langen Liste sind sie hilfreich. Als alleinige Begründung für einen Preis sind sie es nicht.
Wenn dir jemand eine Quelle ausschließlich über eine solche Zahl verkauft, frag nach dem Thema des geplanten Beitrags und danach, wer dort sonst noch verlinkt ist. Diese beiden Fragen bringen dich schneller weiter als jede Kennzahl. Unsere eigene Prüfreihenfolge steht bei den Prüfkriterien, und wenn du unsicher bist, wo dein Profil gerade steht, ist ein Beratungsgespräch der einfachere Einstieg als eine Recherche auf eigene Faust.
Fragen zum Glossar
Warum nur zwanzig Begriffe?
Weil längere Listen niemand liest und die meisten zusätzlichen Einträge nur Varianten der ersten zwanzig sind. Wir haben die ausgewählt, die in Angeboten, Auswertungen und Gesprächen tatsächlich vorkommen. Fehlt dir einer, schreib uns, dann ergänzen wir ihn.
Sind Nofollow-Links jetzt gut oder schlecht?
Weder noch, sie gehören einfach dazu. In der Regel geben sie keine Stärke weiter, bringen aber Sichtbarkeit und Erwähnungen. Ein Profil, das ausschließlich aus Dofollow-Links besteht, wirkt konstruiert, weil natürlich gewachsene Profile immer beides enthalten.
Welcher Toolwert ist der zuverlässigste?
Keiner, jedenfalls nicht als alleinige Grundlage. Alle beruhen auf der Datenbank des jeweiligen Anbieters, und dieselbe Website bekommt bei zwei Anbietern regelmäßig sehr verschiedene Werte. Wir nutzen sie zum Vorsortieren und entscheiden danach von Hand.
Begriffe geklärt, Frage offen?
Wenn du wissen willst, was die Zahlen für deine Website konkret bedeuten, schau sie dir nicht allein an. Schick uns die Domain, wir ordnen sie ein.